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Prof. Dr. med. Mathias Dorcsi (1923 - 2001)

Hintergrundinformationen: Bekannte Homöopathen und RADAR

Prof. Dr. med. Mathias Dorcsi (1923 - 2001)

Mathias Dorcsi, der Gründer der Wiener Schule der Homöopathie, wurde am 29.
Januar 1923 in Wien geboren.

1942 erlangte er die Matura (Abitur), anschließend wurde er zum Militärdienst
eingezogen. Nach Beendigung des Krieges begann er im Wintersemester 1945 in Wien sein Medizinstudium, das er 1947 in Innsbruck fortsetzte und mit der Promotion im März 1950 abschloss.

Seine medizinische Tätigkeit begann er als Assistenzarzt im Gottfried-von-Preyerschen Kinderspital. Der Umgang mit Kindern prägte ihn für sein Leben. Bereits damals kam Dorcsi mit der Homöopathie in Berührung. In dieser Zeit entstand sein erstes wissenschaftliches Werk ?Die Kinderkonstitutionstherapie?.

1953 wurde die ?Vereinigung homöopathisch interessierter Ärzte Österreichs" ins Leben gerufen, deren Mitbegründer er war. Für Mathias Dorcsi war der Vortrag bei dieser Gründerversammlung das erste große Auftreten in seiner über 48 Jahre dauernden Bemühung um die Anerkennung der Homöopathie.
In diesem Jahr begann auch seine segensreiche Zeit der Seminare, Wochenendkurse und Aktivitäten, bei denen Dorcsi die treibende Kraft war.

1956 kam Mathias Dorcsi als Oberarzt an das Institut für Physikalische Medizin im Krankenhaus Lainz, wo er 1958 seine Ausbildung zum Facharzt für physikalische Medizin abschloss.

1958 gründete er das ?Institut für Homöopathische Medizin?. Im selben Jahr wurde vom Landesverband Bayern des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte die Zusammenarbeit mit der österreichischen Vereinigung beschlossen.

1966 begannen regelmäßige Kurse zur Ausbildung homöopathischer Ärzte mit den sogenannten ?Attersee-Tagen?, die bis 1972 in ununterbrochener Reihenfolge stattfanden.

1970 erschien Dorcis Werk ?Medizin der Person?, das im Gefolge der Attersee-
Tagungen entstand. Dieses Buch sollte einerseits dem suchenden Arzt einen Weg des Zugangs zur Homöopathie aufzeigen, andererseits den schon homöpathisch tätigen Ärzten die Grundlage für eine Medizin der Person darstellen.

1973 erhielt Mathias Dorcsi einen Forschungsauftrag der Ministerin Herta Firnberg.

1975 Gründung des Ludwig-Boltzmann-Instituts, dessen Leitung Dorcsi übernahm.

1975 begannen die Intensivkurse für Homöopathie in Baden bei Wien, die weit über die Grenzen Österreichs bekannt wurden.

1978 übernahm Mathias Dorcsi das Primariat für Physikalische Medizin und
Rehabilitation in Lainz . Gleichzeitig verlegte er das Boltzmann-Institut in dieses Haus.

1978 erhielt Mathias Dorcsi den Alfons-Stiegele-Forschungspreis.

1980 erhielt Mathias Dorcsi 1980 den Lehrauftrag für Homöopathie zunächst am
pharmazeutischen Institut der Universität Wien.

1983 gab Mathias Dorcsi die Österreichische Gesellschaft in die Hände von Dr.
Günther Mattitsch, seinem ältesten Schüler. Diese Übergabe zeigte die große
Anerkennung für die junge Homöopathie und das große Vertrauen, das Dorcsi in
diese setzte.

1985 erhielt Mathias Dorcsi den Lehrauftrag an der Medizinischen Fakultät, in deren Lehrplan die Homöopathie integriert wurde. Aufgrund dieser und anderer Verdienste erhielt Dorcsi den Professoren-Titel und wurde mit dem Goldenen Ehrenzeichen des Landes Wien ausgezeichnet.

1988 übersiedelte Mathias Dorcsi nach schwerer Krankheit nach München, wo er sein neues Zuhause mit der Kinderärztin Mira Dorcsi-Ulrich fand. Gemeinsam hielten sie die Homöopathiekurse für Kinderärzte an der Deutschen Akademie, zu denen Mathias Dorcsi von Professor Hellbrücke eingeladen worden war. Sie bedeuteten ihm in den folgenden zehn Jahren seinen Lebensinhalt. Daneben hielt Dorcsi zahlreiche Homöopathiekurse im In- und Ausland, wofür er zahlreiche internationale Ehrungen erhielt.

1995 rief die Kinderärztin Mira-Dorcsi Ulrich das Modellprojekt ?Homöopathie in der Kinderheilkunde? im Dr. von Haunerschen Kinderspital der LMU München ins Leben. Erstmals wurde die Homöopathie in die klinische Medizin an einer Universitätsklinik in Deutschland integriert. Gemeinsam mit Mira Dorcsi-Ulrich übernahm Mathias Dorcsi die Supervision dieses Modellprojekts.

1997 erhielt Mathias Dorcsi das Ehrenkreuz für Kunst und Wissenschaft der Republik Österreich für seine Verdienste um die Homöopathie.

2000 wurde ihm vom ungarischen Staatspräsidenten während der Liga-Tagung in Budapest das Goldene Ehrenzeichen der Republik Ungarn um die Verdienste der Homöopathie in Ungarn verliehen.

Zahlreiche Werke, Fachpublikationen und Vorträge machten Dorcsi in der gesamten homöopathischen Welt bekannt.

Mathias Dorcsi starb nach schwerer Krankheit am 27. Mai 2001 in München und
wurde am 1. Juni 2001 im Familiengrab der Familie Dorcsi in Leitha-Prodersdorf
(Burgenland) beigesetzt.

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